A More Beautiful Question | 5 Min Lesezeit | Buchtipp der Woche #3

Darum solltet ihr dieses Buch unbedingt lesen

Für gute Innovationen, ein erfolgreiches Berufs- und ein glückliches Privatleben müssen wir eine qualifizierte Fragenkultur in unseren Alltag integrieren. Dieses Buch ist ein Plädoyer an den kindlichen Forscherdrang und die Sherlock Holmes’sche Neugier, die in jedem von uns stecken. Es zeigt uns einen geschickten Prozess, wie wir beide (wieder) wecken, große Herausforderungen fragend meistern und die Angst davor verlieren, keine Antworten zu haben.

Worum geht’s?

Wirklich große Unternehmer und Erfinder sind oft auch die besten „Fragensteller“. Die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen, schlummert zwar in jedem von uns, muss aber erst (wieder) erlernt werden. Denn viel zu fragen wird heutzutage oft mit Unwissenheit gleichgesetzt oder als Gegenstück zu „machen“ empfunden und daher unterdrückt. Dabei sind die richtigen – eben die schönen – Fragen gerade die, die uns überhaupt erst zum Handeln animieren. Warren Berger zeigt uns einen strukturierten Prozess, mit dem wir richtiges Fragen lernen, unserer Kreativität auf die Sprünge helfen und bahnbrechende Ideen entwickeln können:

  1. Zunächst müssen wir überhaupt wirklich gute Fragen stellen wollen und dafür verstehen, warum geschicktes Nachhaken so zielführend sein kann:
  • Fragen sind der Motor des Denkens schlechthin. Sie sorgen dafür, dass im Gehirn die Synapsen ausgebildet werden, die für die Neuverknüpfung von Informationen zuständig sind, also der Entwicklung von neuartigen Ideen.
  • Heute sind uns riesige Wissensquellen zwar ganz einfach zugänglich. Aber nur die richtigen Fragen sind der Türöffner zu den für uns wirklich relevanten Informationen.
  • Fortschritte in der Wissenschaft und technischen Entwicklungen geschehen so schnell, dass jede Antwort relativ und ihre Halbwertszeit stark begrenzt ist. Ständiges Hinterfragen jeder Phase der Entwicklung eines Produktes oder (Lebens-)Prozesses ermöglicht,
    • dass wir immer für Neues offen bleiben,
    • die jederzeitige Anpassung von Geschäftsmodellen, Produktpaletten aber auch persönlichen Lebenswegen,
    • lebenslanges Lernen und
    • Flexibilität in Momenten von Unsicherheit.
  1. Zweitens müssen wir auch die richtigen, also effektive Fragen stellen. Dafür schlägt Berger einen dreistufigen Prozess zur Ideenfindung vor, mit aufeinander aufbauenden Arten von Fragen:
  • WARUM-Fragen sind der beste Startpunkt einer Annäherung an ein Problem. Sie stellen den ersten Kontakt zu einem neuen Thema her. Für gute WARUM-Fragen treten wir einen Schritt zurück und versuchen, das Problem mit den Augen eines völlig Unwissenden zu betrachten. z.B.: Warum finden Besucher einer Stadt keine Übernachtungsmöglichkeit, wenn ich eine unbenutzte Luftmatratze im Keller habe?  
  • Darauf sollen WAS WÄRE WENN-Fragen folgen: Sie ebnen den Weg für kreativste Gedankenspiele. Mit ihnen trainieren wir die Schaltzentralen im Gehirn, die dafür zuständig sind, verschiedenste vorhanden Informationen neu zusammenzusetzen und schlicht anders zu denken. z.B.: Was wäre, wenn wir Besuchern unserer Stadt (nicht nur) die Luftmatratze zur Verfügung stellen könnten?
  • WIE-Fragen schließlich starten eine konkrete Aktion, in der ausgewählte WAS WÄRE WENN-Szenarien auf die Realität treffen und experimentell umgesetzt werden. Sie ermöglichen die Visualisierung von WAS WÄRE WENN-Fragen in Prototypen. z.B.: Wie können wir dafür sorgen, dass Besucher unserer Stadt von unserem freien Gästezimmer erfahren?  

(Alle Beispielfragen stammen aus der Entstehungszeit von Airbnb)

  1. Drittens müssen wir lernen mit den Fragen den richtigen Ton zu treffen, denn die Art und Weise, wie wir uns fragend an Themen herantasten, hat einen maßgeblichen Einfluss auf unsere Einstellung dazu. Lest hierzu auch unseren Buchtipp der Woche #1.

Darum lieben wir dieses Buch

Der Prozess, durch den die Fragen von Warren Berger uns leiten, bildet unser Sprint-Konzept ab, mit dem wir bei 10DaysofDesign erfolgreich sind: WARUM-Fragen entsprechen der Phase, in der wir Nutzerverständnis aufbauen. WAS WÄRE WENN-Fragen stellen wir in der Ideation-Phase, in der wir mit verschiedenen Kreativitätsmethoden möglichst viele – egal wie abwegige – Lösungsideen entwickeln. Mit dem Bau und Test von Prototypen stellen wir qualifizierte WIE-Fragen und holen Feedback zu unseren Ideen ein.

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